Putz vor dem Anstrich

Wie spachtle ich Fehlstellen im Innenputz?

Kleine Löcher und flache Fehlstellen lassen sich in dünnen Lagen schließen. Der Beitrag erklärt Auftrag, Trocknung und das Angleichen an die umgebende Putzfläche.

Fehlstellen prüfen und vorbereiten

Bevor Sie eine Fehlstelle im Innenputz schließen, prüfen Sie, ob der umgebende Putz fest sitzt und beim Abklopfen nicht hohl klingt. Lose Körner, alte Farbreste und bröselige Kanten werden vorsichtig abgetragen, damit die neue Masse auf einem tragfähigen Untergrund liegt. Staub und feiner Abrieb müssen vollständig entfernt werden, sonst bildet sich eine Trennschicht und die Spachtelung löst sich später wieder.

Kleine Löcher und flache Fehlstellen eignen sich für einen dünnen, lagenweisen Aufbau. Ausbrüche, die deutlich tiefer reichen, sollten nicht in einer einzigen dicken Lage gefüllt werden, weil die Masse dann ungleichmäßig schwindet und an den Rändern reißen kann. Stark saugende mineralische Putze feuchten Sie nur leicht an, wenn die Produktangabe das vorsieht, und lassen stehendes Wasser vorher abtrocknen.

Spachtelmasse in dünnen Lagen auftragen

Tragen Sie die Spachtelmasse mit einem schmalen Spachtel oder einer Glättkelle in dünnen Lagen auf und drücken Sie sie in die Vertiefung, bis keine Hohlräume bleiben. Die erste Lage soll die Fehlstelle füllen und an den Rändern auslaufen, ohne eine dicke Wulst auf der intakten Putzfläche zu hinterlassen. Arbeiten Sie zügig, reißen die Masse aber nicht mehrfach auf, sobald sie anzieht.

Bei Löchern, die tiefer sind als eine flache Schramme, schließen Sie in mehreren dünnen Schichten statt in einem satten Auftrag. Jede Lage bleibt so dünn, dass sie gleichmäßig durchtrocknen kann und weniger zur Rissbildung neigt. Die Oberfläche der Zwischenlage darf leicht rau bleiben, damit die folgende Schicht greift, ohne dass Sie die Reparatur unnötig in die gesunde Fläche hinein vergrößern.

Trocknung zwischen den Arbeitsgängen

Die Trocknung richtet sich nach Schichtdicke, Saugfähigkeit des Putzes und Raumklima. Folgen Sie den Angaben auf dem Gebinde und beurteilen Sie die Fläche erst, wenn sie gleichmäßig hell und fest wirkt. Eine noch dunkle oder auffällig kühle Stelle in der Mitte deutet häufig darauf hin, dass im Kern noch Feuchtigkeit sitzt.

Lüften Sie den Raum gleichmäßig und setzen Sie die frische Spachtelung keinem starken Luftzug und keiner direkten Heizungsluft aus. Trocknet nur die Oberfläche sehr schnell, kann die Schicht spröde werden, während der Untergrund noch feucht ist. Schleifen, Grundieren und Streichen folgen erst, wenn die letzte Lage vollständig durchgetrocknet ist.

An die umgebende Putzfläche angleichen

Nach dem Trocknen gleichen Sie die Reparatur an die bestehende Putzfläche an. Erhabene Stellen schleifen Sie mit feinem Schleifpapier ab und führen die Kanten weich in den Bestand über, damit später kein harter Rand im Streiflicht sichtbar bleibt. Prüfen Sie das Ergebnis aus seitlichem Blick, weil Unebenheiten bei frontalem Licht leicht übersehen werden.

Die Struktur des vorhandenen Innenputzes bestimmt, wie glatt die Stelle werden darf. Ein ebener Gipsputz verträgt eine glatte Spachtelfläche, während eine zu glatte Insel in einem leicht körnigen Putz sich im Anstrich abzeichnen kann. Eine zum Untergrund passende Grundierung gleicht die Saugfähigkeit an, bevor die Wandfarbe aufgetragen wird.